Bericht – Glocknerkönig 2015

Was soll ich sagen… Ende gut, alles gut!! Vorgestern noch stand ich ohne funktionierende Schaltgruppe da (mein kleines Studenten-Leichtbauprojekt hatte in einem last-minute Chaos geendet ). Heute bin ich Vize-Glocknerkönigin mit einer Zeit, die ich mir nicht zu erträumen getraut hätte…

ergebnisse_glocknerkönig
Materialchaos

Nachdem meine Sram Red Schalthebel in den Untiefen des spanischen Postsystems verschwunden waren, reiste ich am Mittwoch von meinem Studienort Barcelona ohne vollständige Gruppe an; ich hatte übers Internet Ersatz bestellt und plante, die Tage bis zum Wettkampf mit Schrauben zu verbringen. Tja, blöderweise war das Bestellte kein Paar sondern nur der linke Schalthebel… Hilferuf auf facebook… Günther vom Team BikeExpress meinte, wir würden das im Laden (BikeExpress in Niedernsill) hinkriegen. Um nicht zu sehr auszuufern – wir haben’s hingekriegt, danke Jungs!!! Am Samstag pünktlich einen Tag vor dem Wettkampf holte ich das Rad ;) . Ein Platten bei der ersten Ausfahrt mit den superleichten Veloflex Record dämpfte etwas die Stimmung… Den Nachmittag verbrachten wir dann noch mit Schrauben… Position anpassen, andere Reifen drauf… Tiefenentspannung pur am Nachmittag vor dem ersten Saisonziel ;) .

Tag X

glocknerprofil

Das Berglein. Ziel ist oben beim Fuscher Törl.

Wie immer wenn ich in einen Wettkampf starte mit der einzigen Sorge, dass das Material bitte bitte bis zur Ziellinie hält, war mein Körper top drauf. Kleine offroad-Abstecher am Weg von der Unterkunft zum Start, bedingt durch den von den Regenfällen der Nacht überschwemmten Radweg, trübten die Stimmung kaum. Wir kamen etwas spät an, die LKWs mit den Kleidersäcken waren schon abgefahren, am WC war kein Klopapier, der 1. Startblock war ziemlich voll… Ich versuchte, mich soweit wie möglich im 1. Startblock einzureihen, möglichst nah am VIP-Block, was nur bedingt gelang. Soweit alles bestens :D .

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Highway to Hell!

Mit Highway to Hell in den Ohren legten wir los; ich konnte recht gut nach vorne aufschließen und hatte die ersten Damen mit Nadja, Janine und Simone im Blick. Die allererste Dame aber nicht, wie sich später herausstellte ;) . Das Flachstück bis nach Fusch überstand ich gut und verschoss nicht zu viele Körner. Dann kam der Berg, alle um mich fuhren wie verrückt hinein und ich mit… 2min bei 260w (knappe 5w/kg)… Als würden wir einen 10min Anstieg fahren ;) . Das ist natürlich nicht sehr klug; ich ließ mich rasch zurückfallen und wurde von vielen überholt. Nadja und Simone waren weiter vorne, aber die Distanz wuchs nicht schnell. Janine war ca. bei mir; ich dachte, dass sie schön konstant nach oben fahren würde und hängte mich an ihr Hinterrad. (Ich hoffe, es hat dich nicht gestört!)

Bald merkte ich, dass ich schneller fahren konnte und hängte mich bei ein paar Jungs dran; ich fuhr die meiste Zeit recht taktisch, denn selbst bei so einer Steigung ist Drafting ein kleiner Vorteil. Wenn sich ein Hinterrad anbot, nahm ich es. Ich fühlte mich super, konnte das traumhafte Wetter und die Aussicht genießen, die Trittfrequenz war dank 32er Ritzel super-komfortabel; und ich hatte Glück mit meinem Vordermann, denn er ging nicht ein sondern fuhr schön gleichmäßig. Wir holten viele Leute ein… nicht weit nach der Maut auch Nadja und Simone. Irgendwie konnte ich es nicht recht glauben; es war wie im Traum, plötzlich mittendrin bei den Guten und ohne zu leiden! Ein paar Mal drehte ich mich in den darauffolgenden Kehren um, aber der Abstand wuchs…

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Doch nicht mehr so easy ;) .

Schließlich, als etwa eine Stunde seit Rennbeginn vergangen war, sagten mir die Schmerzrezeptoren, dass ich wach war ;) . Denn schön langsam wurde es hart… Ich atmete recht heftig, die Beine wurden müde… Die dünne Luft macht mir zu schaffen. Doch das Ziel sieht man von weiten; so war ich motiviert nochmal drauf zu halten. Man sagte mir, dass ich auf Platz 2 lag – eine Zeit lang dachte ich, dass Nadja und Simone schon die ersten beiden waren. Wäre ja doch zu schön, gleich bei der zweiten Teilnahme zu gewinnen… Die letzten 20min waren hart; das Fuscher Törl erschien täuscherisch nahe… Kehren, Kehren… Und endlich die finale Gerade zum Ziel – Sprint, Atemnot… dann große Freude über die Zeit von 1:32:29.

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Morgen schreibe ich noch etwas zu den Watt ;) .

PS: DANKE an Günther & das ganze BikeExpress Team!! Es versteht sich von selbst, dass man last-minute Riegel, Material etc. vor dem Glocknerkönig am besten im BikeExpress Shop in Niedernsill kauft :D – ist gleich um’s Eck von Bruck. (Komplette Bike-Aufbaus am letzten Tag wie bei mir sind aber nicht ganz so empfehlenswert ;) ).

podium

Podium Altersklasse 20-29

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